Sonntag, 21. August 2011

Ein Koala an meiner Harnröhre???

Morgen geht es nach Hause :-) Juhuuuuu, bin froh, daß der Klinikaufenthalt sich nun dem Ende neigt und ich die weitere Genesungs-/Heilungszeit zuhause verbringen kann. Da ist es einfach viiiieeel gemütlicher, freier und ich muß nicht wegen der doofen Strümpfe streiken. Hihi, nein, ganz so schlimm war es nicht, aber die Schwester heute bestand doch tatsächlich darauf, daß ich unterschreibe, daß ich das Anziehen der Thrombose-Strümpfe ablehne. Wo ich seit Tagen ohne diese lästigen Dinger rumrenne und mich alle möglichen Pfleger und Ärzte so gesehen haben und nie was kam. Naja, unterschiedliche Auffassung der Vorgaben.

Heute war nun Dr. Liedl am Abend bei mir und hat sich den Hautfetzen angeschaut und es als Kaogel identifiziert. Ähm, was bitte hat ein Koala bei meiner Harnröhre verloren??? Nein, kein Beuteltier aus Australien, ein "Koagel" oder auch "Koagulum".

Wikipedia sagt dazu:
Ein Koagulum (lat. coagulare „stocken“) entsteht durch die Blutgerinnung und ist eine gallertartige Blutblase aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten), dessen Außenhaut durch den „Klebstoff“ Fibrin stabilisiert wird. Ein nicht infiziertes und intaktes Koagulum spielt eine entscheidende Rolle bei der Wundheilung.
Anders als der Begriff Thrombus wird im medizinischen Sprachgebrauch der Begriff Koagulum für ein Blutgerinnsel verwendet, das sich außerhalb eines Blut- oder Lymphgefäßes (extravasal) befindet und nicht innerhalb (intravasal).

Das ist wie gedacht nix Schlimmes und löst sich von alleine auf. Um dem Lösen aber Starthilfe zu geben drückte der gute Doktor mit seinem Finger ein paar gute Stücke von dem Koagel aus der Hautfalte neben der Harnröhre raus. Dabei wurde mir mal eben die gute Gefühlswelt der neu geschaffenen Klitoris demonstriert. Das sollen später mal lustvolle Gefühle werden??? Heute tat es einfach nur mal ziemlich komisch und leicht weh. Aber immerhin entstand das Gefühl an der richtigen Stelle und es war sehr viel Gefüüüüüüü....aua...hl. Fazit vom Doc und von mir: Alles ist fein, Entlassung aus der Klinik ist Morgen :)

Heute heißt es nur noch: einmal Dehnen der Scheide mit dem Stent und dann eine gaaaaaanz gute Nacht verbringen mit viel Vorfreude auf die morgige Heimfahrt.

Gaaaaanz viele liebe Grüße an alle meine Leser, danke für's Daumendrücken :)
Theia

Samstag, 20. August 2011

Entlassung auf Montag verschoben

Heute morgen kamen nun die letzten OP-Klammern weg. Dieses Mal ging das ziemlich locker über die Bühne ohne Ziepen und weh zu tun. Das ist schon eine sehr angenehme Geschichte wenn sich nun da unten nichts mehr im Klammergriff befindet. Das Sitzen wird direkt problemloser auch wenn es noch nicht ganz ohne Hindernisse ist, die noch geschwollenen Schamlippen drücken halt einfach noch.

Eine kleine negative Entwicklung kam jedoch gestern Abend noch ins Rollen. Meine Frau entdeckte eine Art Hautfetzen im Bereich Klitoris/Harnröhre, der da so sicherlich nicht hingehört. Schlimm dürfte es nicht sein, da war auch eine ziemliche Blutverkrustung an der Stelle am Katheter, so dass wir vermuten, dass das damit irgendwie zu tun haben könnte, aber besser sollte nochmal jemand da drauf schauen. Heute morgen also bei der Visite das angesprochen und kurz darauf nach dem Ziehen der OP-Klammern schaute die Assistenzärztin sich das an und meinte, dass Dr. Liedl selbst das nochmal anschauen solle. Sie wüsste nicht genau was es mit dem Fetzen auf sich habe.

Dies bedeutet nun allerdings, dass Dr. Liedl frühestens Sonntag Abend einen Blick werfen kann und somit die Entlassung auf Montag geschoben wird.

Das Ganze ist kein Beinbruch, wir haben uns halt schon gefreut Sonntag wieder zuhause sein zu können. Einzig ist es ein klein wenig ärgerlich, da seit dem Entfernen des Stents und des Blasenkatheters niemand Kompetentes mehr richtig das OP-Ergebnis angeschaut hat. Ich selbst sehe halt ziemlich schlecht dahin und meine Frau hat eben erst gestern Abend nochmal einen Blick geworfen. Wie gesagt, kein Beinbruch, wäre aber früher zu entdecken gewesen.

Viele Grüsse an alle
Theia :)

Freitag, 19. August 2011

Das erste Mal ...

... Üben mit dem Stent stand heute auf dem Programm. Schon bald nach dem Frühstück kam die Assistenzärztin um mir das Einführen des Stents beizubringen.

Zuvor kamen allerdings noch ein paar OP-Klammern raus (Leider noch nicht alle, morgen folgt der Rest). Das Zupfte ein zwei mal, aber mit dem Gedanken an einen der Transmänner und dem Gespräch von gestern (da sind 80 Klammern dran) stand ich das locker durch ... Autsch ... *grins*.

Dann ging es an das Einführen des Stents. Zuerst ein Gummihandschuh um mal das neue Terrain mit den Fingern zu erkunden und die Stelle zu finden wo der Stent rein muß. Gut, das sah schon mal ganz gut aus. Noch ziemlich geschwollen die Schamlippen, aber soweit paßt alles. Dann ging es an den Stent. Zunächst einmal die Luft raus saugen, dass er möglichst dünn ist, dann ein Gleitmittel drauf und gaaaaanz vorsichtig in den Scheideneingang reinschieben. Ganz langsam mit ein bizzeli hin und her drehen. So, daß er dann ganz drin ist. Das lief besser als mit dem Finger probieren. Frau Doktor war auch sehr zufrieden wie gut das geklappt hat. :) Nachdem der Stent nun drin steckte wurde wieder Luft reingelassen, dass sich das Schaummaterial im Inneren wieder ausdehnen würde. Und schon spürte ich den Druck, der dich in mir aufbaute. Allerdings überhaupt nicht unangenehm. 30 Minuten sollte der Stent nun da bleiben wo er war, danach sollte ich ihn dann wieder rausnehmen. Ok, das sollte ja nicht so kompliziert werden.

Wurde es auch nicht. Zuerst frische Gummihandschuhchen, dann mit der Spritze wieder ein Vakuum im Stent erzeugen um das Schaummaterial zusammenzudrücken. Mit einem leichten Zug an den Schläuchleins setzte sich der Stent auch fein in Bewegung und schob sich ganz langsam aus mir heraus. Ganz leicht ging es. Und schon lag das "erste Mal" hinter mir :).

Was ein wenig erschreckend ausschaut, aber nach den Worten von Frau Doktor völlig normal und in Ordnung ist, ist das Blut, das bei der Geschichte zutage gefördert wird. Zum einen blutet es noch ein wenig aus der Harnröhre, zum anderen kommt auch aus der Scheide noch Blut. Man muß also gut aufpassen, dass man nicht die Bettunterlage versaut und auch am besten erst mal mit Handschuhen arbeiten.

Alles in allem ging das erste Mal üben supi über die Bühne und mit der notwendigen Übung wird das auch immer besser werden.

Sonst passiert hier nicht mehr viel. Morgen kommen die restlichen OP-Klammern ab, am Sonntag soll Entlassung sein.

Viele Grüße an alle
Theia

Mittwoch, 17. August 2011

Nix mehr drin und nix mehr dran :)

Puh, was für eine Erleichterung war es, als gestern am Abend der Stent aus der neu geschaffenen Scheide gezogen wurde. Zwar noch ganz kurz ein kleiner Moment mit Aua, der Stent war immerhin eingenäht, aber dann doch die erhoffte Befreiung von dem Druck zwischen den Beinen. Wieso eigentlich eingenäht? Ganz einfach: Der Stent, also der Platzhalter für die Scheide muß fest und sicher an seinem Platz gehalten werden. Auch wenn der Verband dann ab ist, muß es noch an Ort und Stelle verbleiben. Und daß dies eben sicher geschehen kann, dazu wird der Stent sozusagen in der Scheide eingenäht. Drei Fäden halten die Schamlippen über dem Stent verschlossen und schon ist nix mehr mit ungewolltem Rausflutschen. Nachdem nun gestern die Nähte geöffnet und der Stent entfernt war, wußte ich, was da auch immer so ein kleines Ziehen verursacht hat. Kein schmerzhaftes Ziehen, aber halt ein klein wenig zu spüren.

Heute kam dann gleich am Morgen der Katheter raus. Nach dem Entsperren hieß es "gut einatmen, gut ausatmen..." und mit dem nächsten Einatmen zog die Schwester mit einem kleiner Ruck den Katheter aus der Harnröhre. Flupp war er draußen. Ein ziemlich kurzes Schläuchlein. Aber klar. die weibliche Harnröhre hat halt mal nur eine Länge von ein paar wenigen Zentimetern. Das ist beim Mann ganz was anderes.

Zugegeben, der erleichterndere Schritt war das Entfernen des Stents aus der Scheide. Der damit entfernte Druck macht das Leben im und außerhalb des Krankenbetts um einiges leichter. Und doch ist es eine feine Sache, wenn man dann plötzlich beim Spazierengehen auch mal ohne Handtäschchen *hihi* (dem Urinbeutel) unterwegs sein kann. Macht alles sooooo viel angenehmer :)

Heute stand dann die Frage im Raum: "Wie klappt es mit dem Pipi machen?"
Antwort: "Gut klappt es und die Blase wird auch gut geleert, so wie es sein soll" ... Allerdings ist es gefühlt auch irgendwie ganz komisch. Das Gefühl, das Pipi kommt, entsteht an einer ganz anderen Stelle als an der es tatsächlich rauskommt? So fühlt es sich für mich zumindest grad an. Die gefühlte Stelle dürfte in etwa da sein, wo der frühere Weg der Harnröhre verlief. Nicht tragisch, ich kann das sogar irgendwie nachvollziehen. Muß das Gehirn ja nun erst mal kapieren, daß beim Pipi die Austrittstelle nun etwas anders liegt. Ich denke das ist ne Zeitfrage.

Duschen durfte ich heute dann auch wieder. Das tat auch gut. Meine Haare hatten es nötig (danke für die Hilfe mein Engeli). Aber auch das einfache Abduschen tat super gut. Einzig die operierte Stelle sollte ich noch mit direktem Einseifen auslassen, aber schon das Wasser auf der Haut war eben fein.

Insgesamt ist bislang alles super gelaufen. Unten ist zwar noch alles ziemlich geschwollen, was man vor allem beim Sitzen merkt. Aber ein gemütliches Gartenstuhl sitzen auf dem Balkon (mit einem weichen Kissen am besten) ist seeeehr gut möglich. Vor allem trocknen die Haare bei den Temperaturen in der Sonne genial gut :)

Soweit die neuesten Neuigkeiten, ich werde weiter berichten :)

Ganz viele liebe Grüße an alle
Theia

Montag, 15. August 2011

Der Verband ist ab :)

Hallo zusammen :)

wieder ein kleiner Fortschrittsbericht:
Die letzte Nacht war supi. Nachdem ich auf Sonntag ja nicht ganz so viel richtig geschlafen habe, war ich diesmal ziemlich müde und des TV-Programm half dann auch noch mit, dass ich gegen 22:30 dann so platt war, dass ich ziemlich durchgeschlafen hatte. Die Schlaftablette, die ich mir vorsichtshalber habe geben lassen, liegt noch unberührt hier neben mir.
Heute kam nun der Verband ab. Also auch ein erster Blick von der Assistenzärztin auf die OP-Stelle ... und etwas später dann auch von mir. Schon das Abmachen des Verbandspacks gestaltete sich einfacher als ich befürchtet hatte, aber oberflächlich ist ja nicht wirklich viel OP-Gebiet und so ging das völlig ohne weh zu tun über die Bühne. Leider hatte ich nicht direkt einen Spiegel zur Hand, so dass mir selbst der Blick noch etwas verwehrt war. Die Ärztin jedoch schien zufrieden, was schon mal ein seeehr gutes Zeichen für war.
Später kam dann meine Monika wieder zu mir und brachte auch einen Spiegel mit. Als Fachkraft begutachtete erst mal sie das Ergebnis und schon ihre Reaktion zeigte mir, dass ich mich freuen könne, das Ergebnis dann endlich mit eigenen Augen zu sehen. Dann war es soweit und im Spiegel konnte ich den so wichtigen ersten Blick auf die neu gestaltete Körperstelle werfen. Klar, geschwollen und Blut unterlaufen, aber doch suuuuuuuuuuupi im Ergebnis. Für mich auf jeden Fall ein wunderbares Ergebnis :).
Noch ist der Stent an Ort und Stelle. Der ist eingenäht dass er nicht rausgehen kann. Ebenso ist der Katheder noch da. Morgen soll der Stent raus, am Mittwoch dann wohl voraussichtlich der Katheter.
Auf jeden Fall ging der große Spaziergang (zwei Mal den Flur rauf und runter plus Balkonaufenthalt in meinem Zimmer) schon super fein. Noch im eindeutigen Entenwatschelgang, aber eben schon seeeehr viel angenehmer als noch mit dem ganzen Verbandspacket.

Soweit das Update :)

Viele liebe Grüße an alle
Theia

Sonntag, 14. August 2011

Sonntag im Krankenhaus

In der Nacht hatte ich wieder den Eindruck, daß sich da irgendwo Feuchtigkeit bilden würde. Die Schwester schaute, sah aber nix Besonderes. Ein Eisbeutel zur Vorsorge und dann ein baldiger Kontrollblick. Aber keine Blutung. Trotzdem war da für mich irgendwie das Gefühl, dass da was Ausläuft, aber wenn keine Blutung zu sehen war??? Ok, nach etwas weiterer Zeit war klar, dass keine Blutung für mein komisches Gefühl verantwortlich sein konnte, so wie das gefühlt gelaufen ist, hätte ich in einer Blutlache liegen müssen, aber es war alles trocken. Die Lösung war schlußendlich ganz simpel. Ich spürte ganz einfach wie der Urin durch den Katheterschlauch durch die Harnröhre ausfloß. Juhuu, meine Gefühle da unten scheinen gut hinzuhauen, ich spüre die Harnröhre *hihi*. Hab das dann genau beobachtet eine Zeit lang wie das Gefühl "da fließt was" mit dem Ansteigen des Urinstands im Schlauch zusammenpaßt. Also alles klar, alles genau so wie es sein soll. Nur einen etwas blöden Nebeneffekt hatte das Ganze. Ich war nun so sehr auf die Stelle und das Spüren fixiert, dass ich nicht mehr einschlafen konnte. Schlaf mal wenn du das Gefähl hast, du machst Pipi *grmpf*.  Für eine Schlaftablette war es dann inzwischen etwas spät geworden, also hab ich mich mit Radio und dösen über die Nacht gerettet. Irgendwann ging dann auch Schlafen, aber eine geruhsame Nacht ist irgendwie doch anders. Nächste Nacht werd ich früher sehen, ob vielleicht doch eine kleine Einschlafhilfe nötig ist. Im Augenblick sollte es eigentlich ohne gehen denke ich. Tja, so lernt Frau ihre neuen Körperstellen eben kennen ;)

Sonst ist heute nicht so viel los. Der Krankenhausbetrieb ist auf Sonntagsruhe. Morgen soll der Verband runter, ich bin gespannt und werde berichten :)

Liebe Grüsse
Theia

Samstag, 13. August 2011

11. August 2011, GaOP erfolgreich :)

Dieses Mal hat es meine Frau geschafft mir im Blog schreiben zuvor zu kommen :). Aber sie hatte auch einen klitzekleinen Vorteil: In Narkose schreibt es sich schlecht ;)

Ich hatte den Termin offiziell bislang verschwiegen, nur wenig Menschen wußten Bescheid wann es genau soweit sein würde.

Am 11. August 2011 habe ich die geschlechtsangleichende OP in München-Bogenhausen bei Dr. Liedl gut überstanden. Die OP verlief nach Auskunft von Dr. Liedl gut und mir geht es auch bestens.

Ein Rückblick auf die letzten Tage:

Mittwoch, 10.8.2011:
Am Mittwoch sind mein Liebstes und ich nach München aufgebrochen um den großen Schritt der GaOP anzugehen. Zunächst haben wir uns die Unterbringung von Monika angeschaut. Der erste Eindruck, der sich inzwischen auch im zweiten und dritten Eindruck bestätigt hat, war supi. Ich bin froh, dass mein Liebes ein so feines Zimmerchen bekommen hat.
Nach einem kleinen Mittagessen ging es dann auch schon in die Anästhesie-Sprechstunde mit der nochmals offiziellen OP-Aufklärung. Anschließend direkt die Klinik-Aufnahme.
Meine Aufregung und Nervösität hielten sich immer noch in erstaunlich niedrigem Niveau. Ich hätte gedacht, dass spätestens jetzt die Aufregung doch deutlich spürbar sein müßte. Aber so was es mir auch recht, denn es war mir eine weitere Bestätigung, dass ich mit meinem Schritt völlig richtig liege.
Nach der OP Aufnahme passierte nicht mehr allzu viel. Dass ich nicht komplett Abführen mußte und nur einen kleiner Klister zur Enddarmreinigung bekam wunderte etwas (man hört so viele verschiedene Dinge), doch so war das auch ok für mich.
Der dann irgendwann notwendige Abschied von meinem Liebsten war schwer, würden wir uns doch erst wieder nach erfolgreicher OP wiedersehen.

Donnerstag, 11.8.2011
Der große Tag stand bevor. Die Nacht war sehr gut. Ohne Beruhigungsmittel oder Schlafmittel schlief ich sehr gut und wachte dank schönem Wetter ganz von alleine pünktlich auf. Nun waren noch ein, zwei kleine Vorbereitungsmaßnahmen durchzuführen: Das OP-Gebiet von Haaren befreien (hatte ich sowieso schon gemacht, so dass nur noch ein bizzeli Kosmetik notwendig war) und nochmals den Enddarm leeren (dieser liegt halt direkt neben der Eingriffstelle und sollte sauber sein. Die Thrombosestrümpfe und das lustige Klinik-Nachthemdchen (hinten offen) anziehen und dann einen ganz wichtigen Anruf tätigen. Nochmal mit meiner Frau sprechen bevor es dann endgültig losgehen würde. Sie war die letzten Tage sehr viel aufgeregter als ich und ich hoffte, dass sie die Stunden der OP gut durchstehen würde (zum Glück ging das sehr viel besser als befürchtet).
Um 8:30 Uhr war es dann soweit. Ich wurde abgeholt und mit meinem Betti Richtung OP-Saal gebracht. Immer noch war von Aufregung kaum etwas zu spüren. Ja ich bin mir absolut sicher, dass ich diesen Schritt gehen will. Lauter freundliche Menschen stellten sich mir vor auf dem Weg zum OP-Saal. Kurzer Umzug vom Betti auf die OP-Liege, dann weiter in den OP-Vorraum. Dort eine Infusionsnadel gelegt und noch in eine kleine Plauderei verwickelt. Ich hatte die Ärzte und Pfleger wohl richtig angestrahlt vor Freude :). Dann ging es pünktlich um 9 Uhr in den OP-Saal. Bibber, dort war es aber kühl. Die Vorbereitungen gingen noch weiter: richtig positionieren auf der OP-Liege, Arme leicht fixieren, dass sie nicht von den Ablagen runterfallen können, Liege richtig in Position fahren, Gestlle für die Beine zum hochlegen in Position bringen,... Dann bekam ich etwas Sauerstoff und kurz darauf meinte der der Anästhesie-Pfleger dass er jetzt das Narkosemittel einspritzen würde. Ich hab noch gesehen wie die Spritze geleert wurde und dachte: "Hmm, ich hab doch gehört, dass geht jetzt ruckzuck, ich bin noch voll da??" Dann merkte ich noch wie langsam die Umgebung unscharf wurde ....
... um 13:30 Uhr hab ich dann im Aufwachraum die Uhr angeschaut :). Unter noch deutlicher Kontrolle wachte ich immer mehr auf. Ich fand es erstaunlich, dass ich vom Kopf her schon ziemlich schnell wieder ziemlich voll da war. Was übrigens auch voll langweilig war, denn außer der regelmäßigen Kontrolle der Vitalwerte und nix weiter war einfach nix. Bizzeli Radio wäre nett gewesen ;). Naja, kurz nach 14 Uhr bekam ich einen Anruf mit, bei dem nach einer Patientin gefragt wurde und es hieß, sie wäre nun eben im Aufwachraum, würde aber noch etwa eine Stunde dort bleiben. Mein Engeli hatte schon nach mir gefragt und wußte nun also Bescheid, dass die OP durch war. Und ich wußte, dass ich mich noch eine Stund langweilen konnte *grmpf* ;). Gegen 15 Uhr wurde ich dann auf Station gebracht und bald darauf kam mein Liebstes zu mir. Die OP war erfolgreich gelaufen und mir ging es schon erstaunlich gut.

Keinerlei Schmerzen, Null, nix, gar nix, nur ein Drücken und Ziehen, aber nichts schlimmes. Schmerzmittel waren überhaupt nicht nötig.

Ich machte mich nun mit dem Gedanken vertraut, die nächsten Tage im Bett liegen zu müssen und da auch zu bleiben. Die Überraschung am Abend: "Wenn Sie sich gut fühlen dürfen Sie schon mal kurz aufstehen." ???????? Öhm, ja, ich fühle mich gut, ich fühle mich sogar supi. Also das Experiment gewagt und mal ganz kurz neben dem Bett in die Vertikale. Mit einem feinen Gel den Rücken eingestrichen bekommen, ein seeeehr guter Duft, richtig belebend und dann aber doch schnell gemerkt "Danke, jetzt ist gut". Und schwupps war ich wieder im Betti. Aber schon eine richtiges Hochgefühl, juhuu, es ist alles fein.

Nach dem Abendessen (ja, ich bekam direkt ein kleines Abendessen) sagte ich meinem Liebsten gute Nacht.

Nacht auf Freitag
In der Nacht schlief ich zunächst gut ein (ohne Schmerzmittel oder Schlafmittel), wachte dann irgendwann auf. Ich fühlte etwas feuchtes und klingelte nach der Nachtschwester. Ja, es gab eine etwas deutlichere Nachblutung (im normalen Rahmen wir mir später von den Ärzten mitgeteilt wurde). Also gut danach geschaut, Eis drauf, eine Sandsack zum etwas beschweren. Zwischen den Konrollen döselte ich fein weg und verbrachte trotz der Kontrollen eine gute Nacht.

Freitag, 12.8.2011
Der Morgen war schön. Die Blutung hatte fast aufgehört. Die Visite war kurz, seeeehr kurz. Dr. Liedl kam rein, schaute kurz, sagte, dass die OP gut gelaufen wäre und schwuppdiewupp war er schon wieder weg.
Nach dem Frühstück kamen die Schwastern und ich wurde gefragt, ob ich mich etwas frisch machen wolle. Also schon wieder Aufstehen, so kurz nach der OP. Ja, ich wußte mich unter Kontrolle und das Waschbecken ist nicht weit vom Bett weg. Also wieder aufgestanden und mich ganz leicht frisch gemacht. Viel ging nicht, zu schlapp war ich auch und schon bald merkte ich, dass es auch an der Zeit war, dass Betti wieder aufzusuchen. Danach war ich auch erst mal geschafft und war froh, dass ich einfach nur liegen und döseln konnte.
Am Mittag kam meine Monika und ich freute mich sehr, dass ich nicht alleine hier in München sein mußte. Zum Abendessen brachte sie ein paar feine Leckerlis von Dallmeyer mit. zum Feieren, dass alles so gut gelaufen war :). Leider war ich nicht ganz so hungrig, mein Magen drückte und der Darm brummte als ob ich einen Bär verschluckt hätte. Ich hatte den Tag über komplette normale Mahlzeiten, so dass ich die Darmtätigkeiten natürlich bemerkbar machten. Ich durfte dann nochmal aufstehen un mich auf die Toilette setzen, aber da war einfach nur Luft.

Am Abend drückte der Magen sehr, dass ich mir etwas gehen Blähungen geben ließ. Das half dann schon mal sher gut, doch der Darm drückte immer noch ganz ordentlich. Irgendwann schaffte ich es eine riesengroßen Pups zu machen und dann noch einen. Puuuuhhh, das war eine Erleichterung und nach ein, zwei weitern Pupsen ging es mir gut. Ok, ich war froh, dass ich ein Einzelzimmer habe, sonst wäre wohl jemand erstickt, aber man glaubt gar nicht wie wohltuend so ein Pups sein kann :)))

Samstag, 13.8.2011
Eine gute Nacht hinter mir fing der Tag mit Regen an. Nach dem Frühstück begann mein Darm zu drücken und irgendwann war der Zeitpunkt erreicht, dass ich die Schwester fragte, ob ich auf Toilette könnte. Ich dachte daran, wie gestern zusammen den Weg zu machen und dann wieder ins Betti. Mir wurde gesagt, daß das gestern schon so gut geklappt hatte und wenn ich mich sicher fühlen würde, könne ich problemlos auf Toilette. Ich solle einfach zeitig Klingeln wenn ich mich unwohl fühle *öööhhhmmmm* Alleine??? Jetzt schon??? Am zweiten Post-OP-Tag??? Ok, ich kenn mich da nicht aus, aber wenn das ok geht. Ich schau mal. Das Aufstehen dann noch zusammen mit der Schwester, der Gang auf Toilette alleine. So ein Gefühl der Erleichterung hat man selten ;) Das ging richtig gut.
Gegen 14 Uhr kommt mein Liebstes wieder und bringt was feines zum Kaffee mit :).
Zusammen mit meinem Liebsten dann nochmal auf Toilette, weil meine Darmtätigkeit ziemlich gut funktioniert schon wieder und auch das ging wieder sehr gut.

Soweit nun erst mal. Ich fühle mich wunderbar. Am Montag kommt der Verband ab, dann kann ich ml das Ergebnis sehen. Klar ist noch alle sgeschwollen, grün blau gelb und überhaupt noch nicht schön, aber für mich wird es trotzdem wunderbar sein :). Meine Bilanz an Schmerzmittel bislang: Null, nix oder in Zahlen: 0. Ich bin froh, dass es so ist, ich fühle mich pudelwohl :)

Ganz vielen lieben Dank an all, die mir so fest die Daumen gedrückt haben, dass alles gut verläuft. Es hat gewirkt :-)

Weiter gehts die Tage mit den weiteren Entwicklungen. Ich denke am Montag mal ein Bericht wie es denn nun Ausschaut da unten :)

Liebe Grüßles an alle
Theia

Sonntag, 31. Juli 2011

1 Woche bis zu meinem Geburtstag

In einer Woche habe ich mal wieder Geburtstag. Wie jedes Jahr :). Mein 39. Geburtstag wird es dieses Jahr sein. So lange bin ich schon in dieser Welt unterwegs und so unglaublich bewegt war dieses Leben bislang. Vor allem die letzen Jahre haben mein Leben sowas von durcheinander gewirbelt, dass es kaum zu glauben ist. Aber egal was die letzen Jahre alles passiert ist, es hat mich immer weiter zu mir selbst geführt und meine Leben immer wertvoller und glücklicher gemacht. Und seit ein paar Jahren bin ich sogar nicht mehr alleine auf dem verschlungenen Pfad des Lebens unterwegs, sondern darf mich an der Seite meiner inzwischen Ehefrau durch das Leben bewegen. Glücklicher kann es kaum mehr werden.

Heute wurde ich wieder gefragt, was ich mir denn zum Geburtstag wünschen würde. Es geht bei dieser Frage um eine kleine Aufmerksamkeit, die man mir gerne zuteil werden lassen mag. Natürlich freue ich mich über Geschenke. Doch dieses Jahr fällt mir partout auf diese Frage keine wirkliche Antwort ein, denn ich wünsche mir nur etwas, dass man mir nicht einfach so kaufen kann. Viele Menschen werden mit dafür sorgen, dass dieses Geschenk wahr wird und werden mir zur Seite stehen. Allen voran mein geliebtes Engeli, dass die ganze Zeit bei mir sein wird. In den entscheidenen Stunden kann zwar auch meine Monika nur in Gedanken bei mir sein, aber ich werde jede Sekunde fühlen, dass sie für mich da ist. Sie ist sowieso das grösste Geschenk für mich, und doch ist da eben etwas, das in kurzer Zeit einen riesengrossen Wünsch von mir erfüllt, etwas, das ich mir schon sehr lange erträume:

Die Geschlechtsangleichende OP wird bald in München stattfinden. Eine Veränderung in meinem Leben, die für mich schon immer zu meinem Weg dazugehört und die nun bald kommt.

Die OP wird in meinem Leben nach aussen hin nicht wirklich etwas verändern, die wenigsten Menschen werden überhaupt wissen, dass da etwas war. Die OP ist im Prinzip nur für mich, für mein eigenes Körpergefühl und für meine Seele. Und doch ist es ein sehr wichtiger Schritt auf meinem gesamten Weg zu mir selbst.

Obwohl sich nun mein ganz grosser Wunsch, schon bald nach meinem Geburtstag erfüllen wird, so wünsche ich mir für meinen Geburtstag doch nach etwas.

Ich wünsche mir, mit den mir wichtigsten Menschen in meinem Leben zusammen viel schöne Zeit verbringen zu können. Dies ist mein Wunsch für meinen diesjährigen Geburtstag.

Für das nächste Jahr werde ich mir wieder ganz viele tolle und kaufbare Wünsche ausdenken ;-)

~~~

Mein liebes Engeli,

ich weiss, dass du ganz arg an dem OP-Thema knabberst und im Augenblick viel aufgeregter um diese OP bist wie ich.

Du weisst, dass mir dies OP sehr wichtig ist und ich bin froh, dass du an meiner Seite bist. Deine liebevollen Versuche meine Sicherheit um das Thema zu hinterfragen und zu testen, ob ich nicht doch ein wenig im Zweifen bin oder Unsicherheiten da sind, sind wundervoll und ich bin so dankbar dafür. Geben sie mir nämlich wirklich die Notwendigkeit mich auch immer wieder selbst zu hinterfragen und zu sehen ob der geplante Weg auch zu 1000% der richtige Weg ist.

Ich möchte dir sagen, dass ich mir immer noch absolut sicher bin, dass ich die OP will und dass sie für mich richtig ist. Ich verspreche dir aber auch, dass ich, sollte sich der kleinste Zweifel einschleichen, oder ich mir in irgendeiner Weise nicht absolut sicher sein sollte, die OP sofort absagen werde.

Ich liebe dich soooo sehr und bin unendlich dankbar, dass du für mich da bist.
Theia

Freitag, 15. Juli 2011

Personenstandsänderung rechtskräftig :-)

Es ist soweit, die Personenstandsänderung ist seit dem 12.7. rechtskräftig.

Ich bin nun ganz offiziell und schwarz auf weiß --> weiblich :-)

Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam sah ich schon von weitem einen großen Umschlag im Briefkasten stecken. Auch wenn es sich theoretisch auch um andere Post hätte handeln können, irgendwie wußte ich es schon ohne den Umschlag aus dem Briefkasten zu holen: Es ist soweit. Kunststück: Die Einspruchsfrist war verstrichen und so mußte diese Tage der Brief aus Rottweil ja eintreffen.

Auch wenn natürlich der gelbe Umschlag vor einem Monat schon der eigentlich befreiendere Moment war (die Einspruchsfrist war ja an sich nur Formsache), so hat der Brief mit der rechtskräftigen Ausfertigung einfach nochmal einen besonderen Stellenwert. Zu wissen, dass der Weg durch die Gerichtswelt nun hinter mir liegt, dass ich nun rechtlich da bin wo ich hinwollte und ich wieder einen Schritt meines Weges erfolgreich gemeistert habe, ist einfach wundervoll. Ich bin froh, dass der Brief auch genau heute eingetrudelt ist, da ich so  das Ereignis mit meiner Liebsten zusammen feiern konnte.

~~~

Allen meinen Lesern sende ich ganz viele liebe Grüße und danke für das Daumen drücken.

Ein extra Gruß geht nach Karlsruhe an Rossana: Ich drücke die Daumen, dass sich das Gericht bei dir auch bald in die richtige Richtung bewegt und die Rechtsauffassung des Großteils der deutsche Amtsgerichte aufnimmt und die Personenstandsänderung auch bei dir positiv entscheidet. Unverständlich warum ausgerechnet die Gerichte, die dem Bundesverfassungsgericht örtlich am nähesten sitzen, eine so verqueere Haltung haben. :(

Theia

Mittwoch, 29. Juni 2011

Wo sind die Autofähnchen???

Da hat man wieder mal eine Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land und keiner kommt auf die Idee, das eigene Team zu unterstützen. Es ist ja toll, dass das Eröffnungsspiel mit 73680 Zuschauern ausverkauft war und das die TV-Einschaltquote alle Rekorde gebrochen hat ... doch irgendwie fehlt was.

Wo sind die Autofähnchen geblieben???

Sind die etwa alle abgefallen und kaputt oder wurden gar entsorgt? Kann ich mir nicht vorstellen, denn spätestens 2010, wenn die Fußball-Europameisterschaft stattfindet werden wieder überall diese kleinen bunten Stoffdinger an den Autos wedeln. Warum aber jetzt nicht???

Weil die aktuelle WM die der Frauen ist? Sind die Mädels auf dem Spielfeld weniger toll als die Männer??? Wenn man die Erfolge die letzten Jahre anschaut ja wohl nicht. Weil es Frauen sind, die da Fußball spielen? Eine "Männer"-Sportart??? Ja, daran könnte es wohl liegen. Schon interessant. Anschauen ist ok, aber ein bizzeli Fan sein klappt nicht. Schade, wo wir doch stolz auf unser Team sein sollten und wie 2010 bei der WM der Männer in Südafrika (nicht mal im eigenen Land war die WM!!!) unseren Frauen zeigen sollten, wie sehr wir mitfiebern dass es klappt mit dem 3. WM-Titel.

Also holt eure Fähnchen raus, steckt sie an die Fensterscheibe vom Auto und ruft im Chor

WIR WERDEN FUSSBALL-WELTMEISTERIN 2011 :-)

Grüßle
Theia
(die ein Fähnchen am Auto hat :) )